Dass das Schlechtmachen anderer Menschen hilft das eigene Selbstbewusstsein zu stärken ist allgemein beknackt, äh bekannt.
Kommen wir zu der Frage, ob ein steigendes Selbstbewusstsein es mit sich bringt, dass man eher dazu neigt andere Menschen zu verachten oder als makelhaft anzusehen.
Ist das so?
Nun zu den Beobachtungen: An meiner Schule gibt es eine sogenannte ‘High-Society’, die sich größtenteils aus den Kindern reicher Eltern und Leuten mit einem weit überdurchschnittlichen Selbstbewusstsein zusammensetzt. (könnte evtl. in Zusammenhang stehen)
Diese High-Society strahlt eine gewisse Herablassung zu den restlichen Mitschülern aus, zudem fällt auf, das insbesondere dass Lästern über Mitschüler die ‘anders’ sind, eine der Hauptaktivitäten dieser ‘High-Society’ ist. (z.B. ist mein langhaariger Mitbewohner eins der Hauptziele)
Dieses Lästern findet zum allergrößten Teil in der Abwesenheit dieser Leute statt.
Nun gibt es noch eine andere große Gruppierung an unserer Schule; die sogenannten ‘Freaks’.
Die Freaks sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen, die sich mit den verschiedensten Sachen beschäftigen, Programmierung, World of Warcraft, Jonglage, etc.
So ist diese Truppe ein allgemein beliebtes Ziel des Spotts.
Desweiteren ist bei dieser Truppe durchschnitllich doch eher ein niedriges Selbstbewusstsein zu bemerken, allerdings wird von diesen Leuten quasi gar nicht schlecht über andere Menschen gesprochen und jeder der sich zu ihnen stellt, wird dort offen, freundlich und humorvoll behandelt.
Nun zu den Beobachtungen an mir selbst, mit vergehender Zeit hat sich mein persönliches Selbstwertgefühl stark gesteigert! (vor allem ab sommer 07)
In letzter Zeit (ca. die letzten 6 Monate) stelle ich fest, dass meine Toleranz deutlich zurückgeht; ich blaffe die Leute an, die mir langfristig auf die Nerven gehen (etwa 2-3mal passiert und somit öfter als je zuvor) außerdem reizt es mich (im negativen Sinne) nich aufhören dummzuschwätzen oder besonders schlau sein müssen, auch nervt es mich penetrant, wenn Leute sich in den Vordergrund stellen, sowie es mich ankotzt, das manche Menschen nie ihre Fehler eingestehen und sich in keinem Fall für etwas entschuldigen…
(Seltsamerweise, passiert es mir gerade in der Schule selten bis gar nicht, dass ich mit wem aneinander gerate)
Mittlerweile fällt es mir nicht annähernd so leicht mit anderen Menschen Geduld zu haben, wie es mir fiel, als mein Selbstwertgefühl noch bedeutend niedriger war…. (nicht dass es jetzt besonders hoch ist, aber schon erheblich höher)
Aus diesen Beobachtungen stellt sich logischerweise die Frage; Entseht Verachtung, Intoleranz und Hass, durch hohes Selbstbewusstsein?
Ich denke, das genau das Gegenteil der Fall ist. Die meisten Menschen versuchen ihre Labilität und somit sich selbst durch ihr aufdringliches “Selbstbewusstsein” zu vertuschen. Meist is es doch so, dass umso “selbstbewusster” (in deinem Sinne) die Person ist, je labiler in Wirklichkeit. Ich zum Beispiel würde mich selbst als sehr selbstbewusst beschreiben. Und ich bin gewiss nich jemand, der sich gerne über andere stellt. Zumindest nicht grundsätzlich. Ich bin halt wirklich selbstbewusst. Meist. Nicht immer, aber doch schon oft. Jedenfalls gibt es eine Person, welche sich gezwungener Maßen oft in meinem näheren Umfeld befindet, die hat sooo eine große Klappe und is richtig böse: nur am Lästern, dumme Fragen stellen, nörgeln, müll labern und und und. Das volle Programm. Und dann – wenn man mal kontert oder was nich nach ihrer Nase läuft, fängt sie an zu heulen. So richtig doll. Und das mit glaub ich 24 Jahren. Das ist sie dann wirklich und nicht diese dumme Fassade. Und dann mag ich sie sogar irgendwie. Was ich sagen will ist, dass die Menschen, die nicht immer so überheblich cool tun, meist auch wirklich sie selbst sind und nicht irgendeine Möchtegernfigur. Tom definierte mir Freak mal so: “Freaks sind gut. Sie haben Qualitäten, die sie einiges mehr sehen lässt.” Finde ich ziemlich treffend. Denn je weniger Freak, je blinder, was Tieferes angeht. Meist. Und Ludi… Wenn du merkst, dass dir was nicht passt – dann ist es okay, wenn du das zum Ausdruck bringst. Nur hier macht wie immer der Ton die Musik.
also der gedanke an sich ist logisch navollziehbar.
Aber auch ich muss jenny zustimmen ein gutes selbstbewusstsein heisst eher sich gut intergieren zu koennen.
Die “high-society” wie du sie beschreibst macht etwas vollkommen anderes. Sie steigert ihr selbstbewusstsein durch Mobbing etc.
Es kommt meiner Meinung daruaf an, wie man an selbstbewusstsein gewinnt. Ob durch reife oder durch herrablassendsein ist nicht das selbe.
Aber wenn man einen schuldigen sucht, hat das eher damit zu tun, dass man zu wenig selbstbewusstsein hat sich einzugestehen, dass man selbst schuld ist.
Wikipedia:
Im ersten Fall wird das Selbstbewusstsein durch Eigenschaften und Fähigkeiten bestimmt, die den je allgemein geltenden Wertvorstellungen in mehr oder minderer Weise entsprechen; selbstbewusst ist, wer sich im Hinblick auf diese anerkannt fühlt. Selbstbewusst sein meint hier ein für gewöhnlich vorkritisches soziales Selbstwertgefühl, das man hat oder nicht und das durch Aneignen sozial erwünschter Eigenschaften (etwa besseres Erscheinungsbild durch Schönheitsoperationen) oder Fähigkeiten (Erlernen weiterer Sprachen oder Erhöhen der Selbstverteidigungsfähigkeit durch das Erlernen von Kampfsportarten) gesteigert oder im Fall des Misslingens verringert werden kann. Als in besonderem Maße selbstbewusst gilt aber auch gerade derjenige, der sich als Individuum der wertkonformen Gruppe gegenüberstellt
Selbstbewusstsein heisst nicht nur sich seiner staerken bewusst zu sein, sondern auch seiner schwaechen!!!!!
Ich denke, dass du – im Fall der High Society – Selbstbewusstsein mit Arroganz verwechselst.
Die reichen Schnösel an deiner Schule halten sich für was Besseres, weil sie alle ganz toll aussehen und – dank ihrer Eltern – die besten Klamotten tragen und alles in ihre kleinen Ärsche gestopft kriegen.
Rein materiell gesehen sind sie ja daher ja auch was Besseres. Das Problem ist, dass solche Leute den ganzen verdammten Tag ihr kleines trauriges Leben so oberflächlich leben wie es nur geht.
Leute, die gemobbt werden, wissen – meiner Meinung nach sogar manchmal erst durch’s Mobben – sich eher zu gefallen, weil sie wissen, dass die anderen eh nur Scheiße labern. Zu dem Punkt muss man aber auch erstmal kommen, sonst wird man ein kleines verbittertes Mauerblümchen.
Was ich damit sagen will? Ich weiß ich nicht! =) Nur so viel, und das hab ich schon mal in irgendeinem Kommentar geschrieben, lästern ist okay, solange es niemanden verletzt. Mobben ist Scheiße. Und die Leute, über die ich lästere, gehören nicht zu meinen Freunden, und wenn doch, bin ich eine kleine falsche Kackschlange.
Ich bin müde. Gute Nacht!
Nun mal deine Muddi.
Selbstbewußtsein setzt sich aus zwei Wörtern zusammen.
Selbst und bewußt. Was soviel heißt wie “Ich bin mir meiner Selbst bewußt”. Das heißt sowohl meiner Außen- als auch meiner Innenwirkung bewußt.
Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Hass sind Dinge die damit primär nichts zu tun haben. Sie entstehen in den meisten Fällen durch “Angst” vor dem Fremden- vor Dingen oder Menschen die nur schwer einordenbar sind, weil sie eine andere Kultur haben, anders aussehen, andere religiöse oder kulturelle Hintergründe haben.
Das, was Du beschreibst ist eine Arroganz die aus einem sozialen Gefüge entsteht. Gruppen zum Beispiel mit den gleichen ideologischen Zielen. Ein gesteigertes Selbstwertgefühl bekommt man/frau meiner Meinung nach durch das soziale Umfeld. Also in einer Gruppe von Menschen erarbeite ich mir einen Stand der Anerkennung.Bekomme ich viel Anerkennung steigt mein Selbstbewußtsein- bekomme ich wenig…
Das dich manche Menschen oder deren Verhaltensweisen nerven ist, glaube ich ein anderes Thema- und das hat im weiteren Sinne mit DENKEN zu tun.
ich verstehe selbstbewußtsein als einen wert, der dazu da ist, dass man für das einsteht, was man zu sein vorgibt. dafür kann es kein “zu viel” geben. menschen, die bösartig über ihre mitmenschen reden, haben nicht automatisch ein hohes selbstbewußtsein. oft ist sogar das gegenteil der fall und sie müssen es kompensieren durch irgendwelche äußerlichkeiten oder sprüche.
menschen mit gutem selbstbewußtsein – oder lass es mich eine “große inner kraft” nennen – stehen auf eine art im leben, die es unnötig macht, sich auf verächtliche oder schmähende weise über andere menschen zu äußern. sie ruhen in sich und sind darum bemüht, sich selbst in ihrem gruppengefüge zu definieren und zu reflektieren. menschen, die auf diese art im positiven sinne zuerst an sich denken (nicht zu verwechslen mit egomanen!) haben es oft schwerer, da sie ihre eigenen fehler zuerst eingestehen und es sich nicht leicht machen indem sie diese auf andere projezieren.
ich finde es schön, dass du darüber schreibst, denn es zeigt, dass es dich bewegt. vielleicht bekommst du mehr gelssenheit in situationen, die dir “auf den zünder gehen”, wenn du lernst, dich damit auseinanderzusetzen. wie gesagt, es ist nicht der leichtere weg, aber es ist bestimmt der bessere.